So funktioniert ein Beweisbrief
Drei Manifeste, drei Anker, ein Prüfbericht. Alles, was verankert wird, ist ein SHA-256-Hash. Der Brief selbst verlässt den Dienst nur in Richtung Druckerei.
1. Einreichung
Sie laden die PDF hoch. Der Dienst prüft, ob sie DIN A4 im Hochformat ist, zählt die Seiten, berechnet den SHA-256-Hash und fragt bei LetterXpress den Preis für einseitigen und beidseitigen Druck ab. Dann erstellt er das Einreichungsmanifest: ein kleines JSON-Dokument mit dem Hash, der Seitenzahl, der gewünschten Ausstattung und einem Verweis auf einen aktuellen Block der Doichain. Der Dienst signiert es mit seinem Ed25519-Schlüssel und registriert den Hash des Manifests als Namen poe/<hash> auf der Doichain. Das ist Anker 1.
2. Versand
Sobald Anker 1 im Mempool der Doichain liegt, übergibt der Dienst die unveränderte PDF an LetterXpress. Die Antwort des Dienstleisters mit Auftragsnummer, erkannter Empfängeradresse, gedruckten Seiten und Preis wandert in das Versandmanifest, das auf das Einreichungsmanifest verweist. Sein Hash wird als Anker 2 verankert.
Im Testmodus landet der Auftrag im Warenkorb des LetterXpress-Kundenbereichs und wird erst nach Freigabe gedruckt. Im Livemodus geht er sofort in die Warteschlange.
3. Abschluss
Der Dienst fragt den Auftrag regelmäßig bei LetterXpress ab. Meldet der Dienstleister ihn als verarbeitet (bei Einschreiben mit Sendungsnummer und Sendungsstatus), entsteht das Abschlussmanifest mit Anker 3.
Quittungen und Bestätigungen
Ein Anker ist vorläufig, sobald er in einem Block liegt, und endgültig nach sieben Bestätigungen. Dann friert der Dienst eine Quittung ein: die Transaktion, den Merkle-Zweig bis zur Wurzel im Blockheader, den Header selbst und die Header der sechs Folgeblöcke. Damit kann ein Dritter den Einschluss ohne Node und ohne Explorer nachrechnen.
Prüfbericht und Beweisbündel
Der Prüfbericht fasst alles lesbar zusammen: Ergebnis, Zeitfenster, Beweiskette, QR-Code zur öffentlichen Prüfseite, und was der Bericht belegt und was nicht. Das Beweisbündel (ZIP) enthält den Originalbrief, die Manifeste in kanonischer Form (RFC 8785), die Signaturen, die Quittungen, das Schlüsselobjekt des Dienstes, die Spezifikation und ein Prüfprogramm, das nur die Python-Standardbibliothek braucht.
Öffentliche Prüfseite
Unter /pruefen/<ID> zeigt der Dienst für jeden Beweisbrief den Stand der Anker. Dort stehen nur Hashes und Kettendaten, keine Adressen und kein Inhalt. Wer die PDF besitzt, kann ihren Hash im Browser berechnen und mit dem verankerten Dokument-Hash vergleichen. Die Datei wird dabei nicht hochgeladen.
Grenzen
- Der Beweisbrief belegt Inhalt und Zeit sowie die Annahme und den gemeldeten Abschluss durch den Dienstleister. Er belegt nicht den Zugang im Rechtssinn.
- Die Anker gehören dem Node-Wallet der DOI Labs AG, das die Namen bezahlt. Wer eingereicht hat, zeigt die Signatur des Dienstes, nicht die Kette.
- Namen auf der Doichain laufen nach 36.000 Blöcken ab. Maßgeblich bleibt die Transaktion in der Quittung, nicht der aktuelle Namensinhaber.
- Dieser Dienst ist ein Pilot. Die Spezifikation trägt bis zur Freigabe das Testpräfix, Manifeste und Prüfprogramm können sich noch ändern.